Two Player Games: Lost Cities

In letzter Zeit suche ich öfter nach mir noch unbekannten Spielen für nur zwei Spieler. Als ich diese Liste entdeckt habe, freute mich das enorm, suchte ich mir doch ansonsten nach Empfehlungen in diesem Genre meist einen Wolf. Lost Cities macht nun einfach mal den Anfang einer Reihe von Berichten zu meinen Entdeckungen. Das Spiel stammt aus dem Jahre 1999 und ist daher nicht wirklich neu; wer obigem Link folgt, erkennt, daß es in der Ursprungsversion gar nicht mehr aufgelegt wird. Ich selber gelangte an ein Exemplar über ein Auktionshaus meiner Wahl. Im Mai soll allerdings eine neue Version herauskommen. Für das Spielerlebnis selbst dürfte das allerdings keine Veränderungen bringen.

Lost Cities ist ein unspektakulär daherkommendes Kartenspiel. Öffnet man die Packung, findet man unter der Anleitung ein kleines Spielbrett mit fünf Feldern zu je einer Farbe, auf der Karten abgelegt werden können. Darüber hinaus gibt es zu jeder Farbe Karten mit Werten von 2 bis 10 (pro Wert genau eine Karte) sowie drei sogenannte Wettkarten. Die Vorbereitung des Spiels ist erwartungsgemäß simpel: Die Karten werden gemischt, jeder Spieler bekommt acht Karten und es kann losgehen.

Abwechselnd legen die Spieler immer eine Karte ab: Entweder legen sie an ihrer Seite des Spielbretts unter einem der Farbfelder eine Karte der entsprechenden Farbe an, oder sie werfen sie auf das jeweilge Feld des Brettes ab, falls sie sie zu diesem Augenblick nicht gebrauchten können. Die Reihenfolge ist nämlich vorgegeben: Gestartet wird mit beliebig vielen Wettkarten, danach müssen Karten mit Zahlwerten aufsteigender Reihenfolge angelegt werden. Eine gültige Reihe wäre beispielsweise: W+W+3+5+6+7+10 (W entspricht einer Wettkarte). Nach dem Legen oder Abwerfen einer Karte darf man eine neue Karte aufnehmen: Entweder aus dem verdeckten Nachziehstapel oder von einem der Stapel mit den offenen Karten in der Mitte – sofern dort eine überaus brauchbare Karte liegt, die einem in den Kram passt.

Ziel des Spieles ist es, möglichst viele Punkte zu legen – nach dem Setting des Spieles unternimmt man nämlich Expeditionen, und die Karten mit Werten zählen als gefundene Schätze. Vor Beginn einer Expedition kann man mit den Wettkarten Wetten auf den Erfolg einer Expedition abschließen, die die Punkte am Ende verdoppeln bis hin zu vervierfachen. Doch sollte man diese Wetten mit Vorsicht genießen: Jede Expedition kostet, und bringt man zu wenig Schätze mit nach Hause, hat man für die Expedition draufgezahlt, was sich in der Wertung am Ende mit Minuspunkten niederschlägt. Hat man nun Wetten abgeschlossen, erhöhen sich die Punkte mitunter dramatisch ins positive oder negative – je nachdem, ob man wahre Reichtümer oder nur ein Trostpflaster mit nach Hause gebracht hat.

Interessant und spannend bleibt das Spiel zu jedem Zeitpunkt, da man mit dem anderen Spieler um die gleichen Karten kämpft. Die Karten in der eigenen Hand fehlen dem Gegner und die Karten, die beim Gegner ausliegen, fehlen im eigenen Spiel, geben aber auch Rückschlüsse auf das Spielverhalten bzw. auf welche Farbe sich der Gegner konzentriert. Anzuraten ist daher, sich nicht zu früh zu “zeigen”, und nicht unbedingt Farben abzuwerfen, die dem Gegner nutzen könnten. Eine Partie ist allerdings auch recht schnell vorbei und dauert höchstens fünf Minuten. Im Regelfall spielt man also ein Best-of-Three oder Best-of-Five, danach legt man es wieder weg. Es ist daher etwas für Zwischendurch und nichts, um sich zwei Stunden zu beschäftigen.

Das Kartenmaterial ist in der Ursprungsversion nicht sehr stabil, man sollte aufpassen beim Mischen. Dafür ist jede Karte einzigartig und besitzt ein hübsches Motiv, das aber für das Spiel unwichtig ist.

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