Thailand – Tag 7: Abenteuerliche Rundfahrt

Nach dem Frühstück schlugen wir diesen Morgen erneut beim britischen Autoverleiher auf, da wir heute die große Inselrundfahrt antreten wollten. Einige bisher noch nicht gesehene Touristenattraktionen sollten noch erkundet und bei dieser Gelegenheit die verbliebenen Geocaches auf der Insel gehoben werden. Wir erstanden hier einen Suzuki Vitara mit Vierradantrieb, der heute noch sehr wichtig werden sollte. Zuerst bot uns der Brite ein gewöhnliches Coupé mit Zweirradantrieb an, als er aber hörte, daß uns unser Weg auch in die Mitte der Insel führen sollte, schwenkte er um und gestand uns zu, daß wir 4×4 benötigten. Er schickte einen Kollegen zu sich nach Hause, wo er noch einen Vitara stehen hatte.

Ich wurde als Fahrer auserkoren und durfte mich mit dem ungewohnten Linksverkehr, dem Vitara und den thailändischen Gepflogenheiten im Straßenverkehr auseinandersetzen. Mit dem Auto kam ich nach relativ kurzer Zeit klar; ebenso mit den thailändischen Gepflogenheiten, da ich mich eher defensiv verhielt und nur nur dann überholte, wenn es notwendig war. Der Linksverkehr und meine manchmal auf engeren Wegen hervorblitzende Routine im Rechtsverkehr nötigte meinen drei Gefährten aber dann doch häufiger ein lautes “Liiiiiinks!” ab. Als sehr spaßig für die vorne sitzenden stellte sich die eine oder andere Bodenwelle auf Landstraßen heraus, da hier das Auto bei mehr als 60km/h deutlich zu hüpfen begann. Die hinten sitzenden hatten daran nicht ganz so viel Freude, wurden dabei doch Hintern und Schädeldecke auf ihre Schlagfestigkeit geprüft. Das führte wiederum zu häufigen “Weeeeelleeeeeee!”-Rufen.

Das erste Ziel unserer Reise war ein Cache nahe der Tong Son Bay. Hierbei handelt es sich um eine relativ abgelegene Stelle im Nordosten von Koh Samui. Wir entdeckten schnell, daß wir dank des Caches an eine sehr ruhige, da nur über einen Pfad und einen Hügel erreichbare, und wunderschöne Strandecke geführt worden waren. Der Blick von hier war traumhaft und wegen der zusätzlichen Ruhe wollten wir hier auf jeden Fall noch den einen oder anderen Tag verbringen, um ins Wasser zu springen und zu entspannen.

Wir fuhren danach einige der Touristenpunkte ab. Im wesentlichen will ich hierüber nicht viele Worte verlieren, da das kaum sonderlich interessant zu beschreiben ist. Man muss die Orte einfach sehen. Besuchte Orte waren “Der Pappa und der Mamma-Felsen” (zwei interessante Gesteinsformationen, siehe unten), der “Mummified Monk”, “Buddha Footprint” und der “Hin Lad Waterfall” (der zu diesem Zeitpunkt leider tot war, also kein Wasser führte). Hiernach wurde es abenteuerlich.

Der vorletzte Cache auf der Insel lag mehr oder weniger mitten im Nirgendwo im Gebirge des Hinterlandes. Koh Samuis Städte und Gemeinden liegen gemeinhin alle in Ufernähe. Im Inneren der Insel befindet sich fast gänzlich nur Natur in Form von Urwald (Palmen) und Gebirge. Der Cache lag in der Nähe eines Aussichtspunktes in diesem Gebirge, zu dem nur zwei Straßen führten. Wir näherten uns von Südosten. Zu Beginn war die Strecke noch geteert, später wich sie zwei Fahrspuren aus Stein, auf denen gerade einmal die Räder Platz fanden. Irgendwann waren auch diese Steinspuren fort. Die Straße war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als ein Feldweg, der zum einen so extrem steil war, daß auch ein Auto ohne Vierradantrieb diese meist nicht mehr bewältigt hätte, wenn sie geteert gewesen wäre. Zum anderen hatten starker Monsunregen sowie Motorräder und Lastfahrzeuge Fahrrinnen in Fahrtrichtung und quer zur Straße produziert. Dies führte dazu, daß wir zeitweise in weniger als Schrittempo die Buckelpiste bergan und später auch wieder bergab fuhren. Sehr häufig musste nasebaer zudem aussteigen und mich als Fahrer auf der Straße dirigieren, damit sich der Wagen in den Spuren nicht festfuhr oder mit dem Wagenboden aufsetzte. Das eine oder andere Mal ließ sich dieses aber sowieso nicht vermeiden, da die Hügelchen auf der Straße so extrem waren. Dies führte beim Vitara aber glücklicherweise nicht zu Schäden; Suzuki hatte dieses Modell anscheinend sehr vernünftig entworfen. Das folgende Bild gibt vielleicht einen kleinen Eindruck über den Zustand der Straße. Die zwei Stunden in diesem Gebirge waren manchmal etwas nervenaufreibend, insgesamt aber ein sehr nettes und meistens spaßiges Abenteuer. Vorbeifahrende Thais auf Motorrädern oder Autos – einmal eine ganze Familie in einem Toyota Hilux, der mit den Straßenverhältnissen wegen der dickeren Räder und der größeren Bodenfreiheit weitaus weniger Probleme hatte – fanden unsere Fahrversuche auch sehr amüsant. 😉

Wir belohnten uns zum Abendessen mit dem Besuch eines sehr schönen Seafood-Restaurants gegenüber des Big Buddhas namens Dancing Crab. Hier aß ich tatsächlich das erste Mal einen Krebs, den ich mir mit nasebaer teilte, sowie einen Red Snapper. Vom Krebs war ich nicht wirklich begeistert. Das Fleisch ist zwar lecker, aber an selbiges heranzukommen verursacht mir so viel Mühe, daß das Essen in seiner gesamten Erfahrung nicht mehr wirklich ein Genuß darstellt. Mit mehr Übung ist dies aber vielleicht anders. Der Red Snapper war dafür eine absolut positive Überraschung. Ich war so begeistert von Zartheit und Geschmack, daß er wohl bei mir unter allen Arten den neuen Spitzenplatz einnimmt; definitive Empfehlung! 🙂 Leider kann man diesen auf jeden Fall nur einmal alle Jubeljahre bei besonderen Gelegenheiten genießen; jedoch bleibt die Erfahrung so immerhin für immer ein Erlebnis.

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