Intelligent Cars

Im Rahmen einer Diplom- oder Studienarbeit an meinem Institut wird es gerne gesehen, wenn man an den Oberseminaren teilnimmt. Dabei hat man die Gelegenheit, Vorträge über die aktuellen Forschungsthemen innerhalb des Instituts oder über andere Thematiken zu hören, mit denen sich die Mitarbeiter gerade beschäftigen. Teilnehmer sind im Regelfall der Prof sowie alle Mitarbeiter, also Doktoranden, Diplomanden und HiWis. Da die Vorträge auf Grund dieser Teilnehmerschaft im Regelfall besonders gut und motivierend ausgearbeitet sind (so ist jedenfalls mein Eindruck im Vergleich zu einer gewöhnlichen Vorlesung), ist das aber eine Pflicht, die ich gerne erfülle.
Der Vortrag gestern hatte grob gesagt “Intelligent Cars” zum Thema, und umfasste die Einführung in alle möglichen Gadgets und Systeme, die in Autos heutzutage entweder schon enthalten sind oder die von den verschiedenen Firmen momentan erforscht werden beziehungsweise mit denen herumexperimentiert wird. Was wir kennen, sind ja zum Beispiel ABS, ESP oder den Tempomaten. Doch das ist natürlich nicht das Ende der Fahnenstange.

Vieles, was wir heutzutage für Science-Fiction halten, haben Autobauer wie Mercedes oder BMW schon längst auf der Agenda. Scheinwerfer, die beim Abbiegen um die Ecke leuchten, oder ein System innerhalb eines Autos, das selbiges ohne Zuhilfe des Fahrers sicher in eine Parklücke steuert, sind Projekte, die theoretisch kurz vor der Einführung stehen könnten. Doch Probleme macht vielen Firmen weniger die technische Seite, sondern vielmehr die rechtliche. Wenn ein Auto mit einem ‘automatischen Parkcomputer’ aus irgendeinem Grund einen Auffahrunfall produziert, wer ist dann haftbar? Gilt die Versicherung des eigentlichen Halters oder muß die Firma selbst bluten? Momentan sieht es wohl eher so aus, als müßte die Firma bluten und genau das ist eine große Hürde nicht nur bei kleineren Gadgets wie diesem.

Es gibt noch einige weitere Ideen, die aber momentan noch im Experimentierstatus sind. Wie wäre es mit einer Infrarotkamera vorne am Wagen, mit dem man in der Nacht Wärmequellen (aka Fußgänger oder Radfahrer) erkennen könnte? Dumm nur, wenn ein entgegenkommendes Auto mit Infrarotlicht das eigene System durcheinanderbringt. Oder wie wäre es mit einem Autopiloten auf Autobahnen, der sich an den Fahrbahnmarkierungen orientiert? Unterstützt natürlich von einem Spurwechsel-Assistenten und automatischer Abstandskontrolle zum Vordermann.

Es wird gar vieles geforscht und experimentiert, doch die Dinge in letztem Absatz werden wohl noch sehr lange auf sich warten lassen. Zuviele Variablen sind im Straßenverkehr zu beachten, die zu sehr vielen Spezialfällen führen können, die wiederum auch die am besten programmierten Systeme ins Chaos stürzen können. Schon alleine ein System, das die Verkehrsregeln auf dem aktuell befahrenen Straßenabschnitt in die Scheibe spiegelt (etwa “max. 50km/h, absolutes Parkverbot, Überholverbot”), ist kaum zu realisieren ohne entweder Sendesysteme in den Straßen zu installieren oder den Schilderwald aufzuräumen. 😉

Eindeutig ist, daß bei der Einführung von einer Vielzahl Assistenten, die in kritischen Momenten die Steuerung des Wagens komplett übernehmen sollen (z.B. automatische Vollbremsung) eine erhöhte Kommunikation zwischen Fahrer und Auto notwendig ist, um unpassende Aktionen der Systeme zu vermeiden.

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